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Schadensersatz wegen Umbettung im falschen Grab?; §§ 823 Abs. 1 BGB; Art 2 Abs. 1 GG
AG Rinteln, AZ: 2 C 183/14, 23.12.2015
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In erster Linie richtet sich nach dem Willen des Verstorbenen, welche Person zu Entscheidungen über die Art der Bestattung, den Ort der letzten Ruhestätte und eine spätere Umbettung befugt ist.

Ist ein Wille allerdings nicht erkennbar, sind nach Gewohnheitsrecht in Anlehnung an landesrechtliche Bestattungsgesetze seine nächsten Angehörigen berechtigt, also zunächst Ehegatte, dann Kinder, dann die weiteren Verwandten.

Bei der Ausübung seines Bestimmungsrechts ist der Berechtigte an den irgendwie geäußerten oder auch nur mutmaßlichen Willen des Verstorbenen gebunden.

Im Falle der Verletzung des Totenfürsorgerechts als sonstiges Recht im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB kann der Rechtsinhaber einen Schadensersatzanspruch geltend machen.

Wurde das Totenfürsorgerecht schuldhaft verletzt, ist der Schädiger zur Zahlung eines angemessenen Schmerzensgeldes verpflichtet. Die Höhe des Schmerzensgeldes wird unter Bezugnahme auf eine vergleichbare Entscheidung des Landgerichts Ulm, Az. 2 O 356/11, mit 500,00 € bemessen.
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Dieses Urteil wurde eingestellt von iurado
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