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Urteile zu Kategorie: Diebstahl

Die Ingebrauchnahme eines Fahrzeugs durch einen an sich Unberechtigten allein zum Zwecke der Rückführung an den Berechtigten ist regelmäßig von dessen mutmaßlichen Willen gedeckt und daher nicht tatbestandsmäßig im Sinne des § 248b Abs. 1 StGB.

Unter dem Gebrauch eines Fahrzeugs ist dessen vorübergehende Nutzung - seinem bestimmungsgemäßen Zweck entsprechend - als Fortbewegungsmittel zu verstehen. Erforderlich ist das Ingangsetzen des Fahrzeugs zur selbständigen Fahrt.

Die bloße Inbetriebnahme durch Anlassen des Motors reicht daher ebenso wenig aus wie die Nutzung eines parkenden Fahrzeugs zum Schlafen.
BGH Karlsruhe, AZ: 2 StR 73/14, 24.06.2014
Zum Vorsatz der Körperverletzung beim verantwortlichen Ingangsetzen des Geschehensablaufs (actio libera in causa) genügt es nicht, dass der Täter weiß, er neige unter Alkoholeinfluss zu Gewalttaten. Vielmehr muss sich der unbedingte oder bedingte Vorsatz darauf richten, eine bestimmte Straftat auszuführen.
BGH Karlsruhe, AZ: 4 StR 79/12, 04.05.1962
Dadurch, dass der Täter die Sachherrschaft mit Wissen und Wollen des Berechtigten erlangt, entfällt ein Bruch fremden Gewahrsams.
BayObLG München, AZ: RReg 3 St 230/78, 03.10.1978
Für die Frage, ob neuer Gewahrsam begründet worden ist, ist entscheidend, ob der Täter die Herrschaft über die Sache derart erlangt hat, dass ihrer Ausübung keine wesentlichen Hindernisse mehr entgegenstehen.
LG Zwickau, AZ: 3 Ns 540 Js 7779/05, 27.05.2005
Bei unauffälligen, leicht beweglichen Sachen, wie Geldscheinen, Geldstücken und Schmuckstücken, lässt die Verkehrsauffassung für die vollendete Wegnahme schon ein Ergreifen und Festhalten der Sache genügen.
BGH Karlsruhe, AZ: 1 StR 45/70, 21.04.1970
Tatbestand des Diebstahls mit Waffen ist selbst dann erfüllt, wegen der objektiven Gefährlichkeit, wenn der Träger einer Schusswaffe nicht den Vorsatz hat, bei der Tat von ihr Gebrauch zu machen.
BGH Karlsruhe, AZ: 2 StR 720/80, 18.02.1981
Sicherheitsetiketten oder Sicherungsspinnen an Waren in Kaufhäusern, die akustischen oder optischen Alarm erst auslösen, wenn der Täter das Kaufhaus verlässt, sind keine Schutzvorrichtungen nach § 243 I 2 Nr.2 StGB.
BGH Karlsruhe, AZ: 1 StR 79/18, 26.06.2018